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Ratgeber

Stromausfall: Ursachen und was Sie zuerst prüfen sollten

Eben brannte noch Licht, jetzt ist die Wohnung dunkel: Der Kühlschrank steht, der Router blinkt nicht mehr, und die erste Frage lautet — liegt es an der eigenen Anlage oder am ganzen Haus? Gerade abends, bei Kälte oder mit einem Kühlschrank voller Lebensmittel fühlt sich das schnell dringend an.

Dieser Artikel zeigt, welche Ursachen hinter einem Stromausfall in der eigenen Wohnung stecken, wie Sie in den ersten Minuten sicher zwischen einer Netzstörung und Ihrer Hausanlage unterscheiden — und ab wann das ein Fall für die Elektrofachkraft ist.

Verteilerschrank mit sichtbaren Sicherungsautomaten und Verkabelung
Erster Blickder eigene Verteiler — nicht sofort anfassen

Kurz beantwortet

Die kurze Antwort

Ein Stromausfall in der eigenen Wohnung hat fast immer einen von zwei Gründen: Entweder hat ein Schutzschalter in Ihrem eigenen Verteiler ausgelöst, oder eine Störung des Netzbetreibers betrifft auch die Nachbarn. Der erste Blick gilt deshalb nicht dem Verteiler, sondern dem Fenster.

  • Nachbarn fragen oder aus dem Fenster schauen — brennt dort Licht, liegt es an Ihrer eigenen Anlage, nicht am Netz.
  • Verteiler öffnen und ansehen — prüfen, ob ein FI- oder Leitungsschutzschalter (LS) herausgesprungen ist.
  • Nur einmal wieder einschalten — springt der Schalter sofort erneut heraus, ist das ein Fall für die Elektrofachkraft, kein Fall zum Weiterprobieren.

Ursachen

Woran es liegt, wenn nur Ihre Wohnung betroffen ist

Vier Ursachen erklären die meisten Fälle, in denen es bei Ihnen dunkel ist, während beim Nachbarn Licht brennt.

FI-Schalter ausgelöst

Der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI/RCD) schützt Menschen vor Stromschlag und trennt großflächig, sobald Strom über einen Fehlerpfad abfließt — etwa durch ein defektes Gerät oder eingedrungene Feuchtigkeit.

Hauptsicherung oder Leitungsschutzschalter ausgelöst

Ein einzelner Stromkreis oder die Hauptsicherung hat wegen Überlast oder eines Kurzschlusses abgeschaltet — häufig ist dann nur ein Teil der Wohnung dunkel, nicht alles.

Kurzschluss oder Erdschluss

Ein beschädigtes Kabel oder ein defektes Gerät verursacht einen Fehlerstrom, der den Schutzschalter sofort wieder auslöst, sobald Sie ihn erneut setzen.

Defekter Verbraucher

Ein einzelnes Gerät — eine alte Waschmaschine, ein Heizlüfter, eine Lichterkette — zieht so viel Strom oder hat einen internen Fehler, dass der Stromkreis abschaltet.

So gehen Sie in den ersten Minuten sicher vor

Ist die halbe Straße betroffen oder brennt auch beim Nachbarn kein Licht, handelt es sich in aller Regel um eine Netzstörung — zuständig ist dann der Netzbetreiber, nicht Ihr Hauselektriker. Melden lässt sich das über die Störungsnummer des Netzbetreibers oder die bundesweite Behördennummer 115. Betrifft der Ausfall nur Ihre eigene Wohnung, gehen Sie so vor:

1

Nachbarn fragen

Ein Blick aus dem Fenster oder eine kurze Frage nebenan zeigt, ob es Ihre eigene Anlage oder das Netz betrifft.

2

Verteiler öffnen und ansehen

Prüfen Sie, welcher Schalter ausgelöst hat — ohne etwas zu berühren, das warm ist oder nach Schmorstoff riecht.

3

Große Verbraucher trennen

Ziehen Sie den Stecker von Geräten, die verdächtig erscheinen, bevor Sie den Schalter erneut setzen.

4

Einmal wieder einschalten

Bleibt der Schalter drin, ist die Ursache meist eine einmalige Überlast gewesen. Springt er sofort wieder heraus, hören Sie auf zu probieren — mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Ehrlich gesagt

Wo die eigene Prüfung endet

Prüfen, welcher Schalter ausgelöst hat, und ihn einmal wieder einzuschalten — das dürfen Sie selbst. Alles, was danach an der festen Elektroanlage passiert, ist gesetzlich der Elektrofachkraft vorbehalten.

Nach der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV §13) dürfen Arbeiten an der Festinstallation — also an Verteiler, Leitungen, Dosen oder fest angeschlossenen Geräten — nur von einer Elektrofachkraft oder einem im Installateurverzeichnis Ihres Netzbetreibers eingetragenen Betrieb ausgeführt werden. Das ist keine übertriebene Vorsicht, sondern Schutz vor Lebensgefahr durch Stromschlag und Brandrisiko durch fehlerhafte Verdrahtung — und im Ernstfall geht es auch um Ihren Versicherungsschutz. Auch der plombierte Bereich am Zähler oder Hausanschluss darf ausschließlich von einem eingetragenen Installateur in Abstimmung mit dem Netzbetreiber geöffnet werden.

Diese Anzeichen bedeuten: abschalten, nicht weiter probieren

Springt der Schutzschalter sofort wieder heraus, sobald Sie ihn setzen, spricht das für einen Kurzschluss oder Erdschluss — hören Sie auf, ihn erneut zu betätigen, und lassen Sie die Ursache messen.

Riecht es am Verteiler verschmort, sehen Sie Funken oder fühlt sich eine Sicherung warm an: betroffenen Stromkreis oder Hauptschalter stromlos schalten, nichts mehr berühren und nichts wieder einschalten.

Bei sichtbarem Feuer oder Rauch zuerst die Feuerwehr unter 112, danach unseren Notdienst.

Wenn es nach dem ersten Check dunkel bleibt

Springt der Schalter sofort wieder heraus oder sind Sie unsicher, was Sie am Verteiler sehen: Rufen Sie an, statt weiter zu probieren. Mehr zum Ablauf der Fehlersuche lesen Sie auf unserer Leistungsseite zum Stromausfall, akut außerhalb der Bürozeiten erreichen Sie uns über den Notdienst.

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